Während der Lagerung und des Gebrauchs verändern sich die Eigenschaften von Schmiermitteln aufgrund verschiedener Faktoren. Dabei ist die Farbveränderung eine der am leichtesten wahrnehmbaren Veränderungen. Daher stellen sich Maschinenbauingenieure häufig die Frage, ob anhand der Farbveränderung von Schmierfetten festgestellt werden kann, ob die Maschine bzwLagerfunktioniert normal. Tatsächlich ist ein solches Urteil sehr schwierig.
Was das Schmierfett selbst betrifft, so ist seine Farbe eine seiner physikalischen Eigenschaften. Die Farbe eines Schmierfetts hängt von seiner Zusammensetzung und der Zusammensetzung seiner Additive ab. Unterschiedliche Schmierfette haben unterschiedliche Additive, Betriebsbedingungen und Temperaturbereiche, sodass es keinen einheitlichen Standard geben kann. Sogar die gleiche Art von Schmierfett kann aufgrund unterschiedlicher Herstellungschargen und leicht unterschiedlicher Rezepturen Farbunterschiede aufweisen. Daher ist es möglicherweise nicht zuverlässig, Farbveränderungen als Grundlage für die Beurteilung heranzuziehen.
Aus Sicht der Nutzungsbedingungen führen unterschiedliche Betriebsbedingungen und Temperaturbedingungen nach der Verwendung des Schmierfetts zu geringfügigen Farbunterschieden, selbst bei demselben Schmierfett.
Unter dem Gesichtspunkt der Lagerung unterliegt Schmierfett nach einiger Zeit einer gewissen Oxidation. Nach längerer Lagerung (oder Verwendung) kommt das Schmierfett mit Luft in Kontakt und das Metall (das Lager selbst und zugehörige Komponenten wie dasLagerGehäuse) wirkt bei dieser Oxidationsreaktion ebenfalls als Katalysator. Obwohl viele Schmierfette mittlerweile antioxidative Zusätze enthalten, verringern diese lediglich die Oxidationsrate. Daher ändert sich die Farbe des Schmierfetts kontinuierlich.
Aus der Sicht des Lagers nach seiner Inbetriebnahme führt ein abnormaler Betrieb des Lagers oder das Eindringen von Fremdkörpern zu Veränderungen in der Leistung und Farbe des Schmierfetts. Wenn die Temperatur hoch ist, beschleunigt das Schmierfett die Oxidation, bis es verkohlt und anthrazitschwarz wird.
Andererseits führen Änderungen am Lager selbst oder an der Umgebungstemperatur dazu, dass das Grundöl im Schmierfett kontinuierlich in den Verdicker hinein und aus diesem heraus wandert und das Grundöl möglicherweise nicht jedes Mal vollständig zurückfließt. Mit der Zeit verändert sich die Leistung des Fettes und es kann sein, dass es den Schmieranforderungen nicht mehr genügt. Schmierfett mit unzureichendem Grundöl kann sich verfärben. Je höher die Temperatur, desto größer ist die Änderung der Fettleistung und desto größer ist die Farbänderung. Bei sehr hohen Temperaturen verkohlt es und wird dunkelbraun oder schwarz. Wenn Fremdkörper in das Lager eindringen, einschließlich Metallspänen, die durch den Verschleiß des Lagers oder durch Reibung zwischen den Fremdkörpern und der Welle und dem Lagergehäuse entstehen, ändert sich die Farbe des Schmiermittels in einen Farbton, der dem Fremdkörper ähnelt oder sogar mit diesem identisch ist.
Wenn Wasser oder andere Flüssigkeiten in das Fett gelangen, kann das Fett manchmal eine hellere Farbe annehmen, trüb erscheinen oder manchmal schaumig oder flockig werden.
Insgesamt ist es sehr schwierig, anhand der Farbe des Schmiermittels zu beurteilen, ob das Gerät normal funktioniert, und es ist oft unmöglich, genaue Schlussfolgerungen zu ziehen. Es besteht jedoch eine gewisse qualitative Möglichkeit. Wenn das Fett beispielsweise dunkler wird, schwarz wird oder austrocknet, kann dies auf eine starke Oxidation des Schmiermittels oder auf die Einwirkung hoher Temperaturen hinweisen. Wenn sich die Viskosität oder Farbe des Fettes ändert, es heller wird oder emulgiert erscheint, kann dies an einer Verunreinigung durch Wasser oder andere Flüssigkeiten liegen. Die oben genannten Schlussfolgerungen können jedoch nicht als endgültiger diagnostischer Beweis herangezogen werden; Im besten Fall bieten sie einige qualitative Möglichkeiten für das Personal vor Ort, das den Schmierstoff beobachtet. Spezifische Veränderungen im Fett erfordern Methoden wie die Ölanalyse, um quantitative Schlussfolgerungen zu ziehen.